"Berliner Wölfe" erhielten 1. Preis im Roten Rathaus
 

Die "Berliner Wölfe erhielten am 24.10.2007 den 1. Preis im Wettbewerb Praktisches Lernen. Die Preisverleihung fand im Roten Rathaus statt. Vormttags stellten alle Preisträger ihre Projekte im Wappensaal vor. Nach vielen Reden gab es dann endlich die Preisverleihung. Unsere Helden führten danach ihr Stück auf. Es war ein voller Erfolg.

Wir sind sehr stolz auf Euch!!!!

 

 

Im Februar 2008 waren die Klasse 9.2 und Fr. Plath auf Anregung von Fr. Wild ins Willy-Brandt-Haus zur Preview des Films "Die Welle" eingeladen.

Hier waren sie die VIPs.

Jürgen Vogel, Hauptdarsteller, wollte unbedingt die Berliner Schulklasse kennenlernen, die für ihr Stück "Die Berliner Wölfe" mit dem 1. Preis im Wettbewerb Praktisches Lernen ausgezeichnet worden war.

Sie trafen u. a. Stefan Raab und Jeanette Biedermann.

Der Abend endete mit einer tollen VIP-Party.

Ein Erlebnis von dem sicher noch die Enkelkinder unserer Schülerinnen und Schüler hören werden.

(SH)

 


Preisverleihung am 24.10.07
Aufführung im Roten Rathaus



Josef erklärt einem Jury-Mitglied unser Projekt
Fr. Lecke im Gespräch mit Prof. Kledzik
Oberschulrat a.D. Hr. Seidel und Maike Plath
Unsere Präsentation
 
 
  
Jeffrey, Bachmann, Andy, Ebru
Kayvon, Oliwia, Sandy, Islam, Evangelia, Melissa
 
 

„Die Berliner Wölfe“ – eine Theater-Produktion an der Anna-Siemsen-Hauptschule Neukölln

         frei nach der „Welle“ von Morton Rhue

 

„Die Berliner Wölfe“ – so haben die Schülerinnen und Schüler einer 8. Klasse der Anna-Siemsen-Hauptschule ihr Theaterstück genannt. Es basiert auf dem Roman „Die Welle“ von Morton Rhue.

Die Klasse 8.2 hat in einem einjährigen fächerübergreifenden Projekt, das die Fächer Deutsch, Geschichte und Darstellendes Spiel umfasste, eine eigene Interpretation des Romans von Morton Rhue erarbeitet und theatral umgesetzt.

 

„Die Welle“ basiert auf einer wahren Geschichte, die sich 1970 in den USA abspielte:

25 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches fragen Schüler einer amerikanischen High School ihren Geschichtslehrer, ob so etwas jemals wieder geschehen könnte.

Als Antwort darauf entschließt sich Lehrer Ron Jones zu einem Experiment: Er gründet eine Gemeinschaft mit Namen „Die Welle“, in der seine Schüler durch eigene Erfahrung entdecken sollen, was Faschismus bedeutet und wie es sich anfühlt, persönliche Freiheiten gegen die Zugehörigkeit zu einer vermeintlich überlegenen Gruppe einzutauschen.

Der Erfolg des Unterrichtsexperimentes erweist sich als überragend. Wenige Tage später wollen bereits über 200 Schüler aus allen Jahrgangsstufen der Schule Teil der faszinierenden „Welle“ werden.

Der betont autoritäre Umgangston, den Jones im Rahmen seines Experiments eingeführt hat, stört die Schüler ebenso wenig wie die ständigen Wiederholungen stupider Grußzeremonien oder die strikte Einführung von als korrekt bezeichneten Körperhaltungen.

Keine Probleme bereitet den Jugendlichen auch die Diskriminierung von Nicht-Mitgliedern. Stattdessen identifizieren sich die „Welle“-Mitglieder so sehr mit ihrer Gruppe, dass gegenseitige Spitzeleien und Denunziationen von Schülern, die „sich nicht an die Regeln halten“ bzw. eine kritische Meinung zur „Welle“ entwickeln, als gerechtfertigt, sogar als vorbildhaft gelten.

Die wachsende Bereitschaft der Jugendlichen die „Ideale“ der „Welle“ notfalls auch mit Gewalt gegen jegliche Kritik durchzusetzen, verändert das Klima an der Schule derart, dass der Lehrer das ursprünglich auf zwei Wochen angesetzte Experiment nach fünf Tagen abbrechen muss.

 

Psychologische Gruppenmechanismen, wie sie in der „Welle“ auf erschreckende Weise von den Jugendlichen Besitz ergreifen und selbständig denkende Individuen in blinde Mitläufer verwandeln, entwickelten sich nicht nur während der Zeit des Nationalsozialismus oder innerhalb der DDR-Diktatur in Deutschland. Beispiele für ähnliche psychologische Strukturen finden sich bis heute überall dort, wo Macht und Disziplin missbraucht werden.

 

Basierend auf diesem Prinzip haben die Schülerinnen und Schüler der Anna-Siemsen-Schule aus ihrer Lebenswelt heraus die Idee zum Stück entwickelt. Ein Beispiel für eine Gruppe, in der man zunehmend Zwängen ausgesetzt ist und seine eigene Meinung verleugnen muss aus Angst, ausgeschlossen bzw. drangsaliert und bedroht zu werden, ist für die Schüler in Neukölln eine so genannte „Gang“. Der Titel „Berliner Wölfe“ leitet sich ab aus der real existierenden Gang „Die grauen Wölfe“, die aber nur als Beispiel für das Gang-Prinzip allgemein dient.

 

Die Polizeibeamten in Berlin-Neukölln verweisen in ihren regelmäßig durchgeführten Gewalt-Präventions-Programmen an Schulen immer wieder auf die Gefahr der psychologischen Entwicklung Jugendlicher, die in ihrem Kiez einer so genannten „Gang-Kultur“ ausgesetzt sind:

Zunächst ist der Jugendliche ZEUGE.

Dann wird er selbst zum OPFER.

Während dieses Prozesses entwickelt er Gefühle von Ohnmacht, Wut und Angst, die in ihm den Wunsch wecken, selbst Macht ausüben zu können. Psychologisch ist dies der Nährboden dafür, selbst zum TÄTER zu werden, um Anerkennung und Respekt der Gruppe zurück zu erobern und die erlittenen Demütigungen und Verletzungen zu tilgen, indem man sie an anderen abreagiert.

So entsteht die fatale Kette: Vom ZEUGEN zum OPFER zum TÄTER, die sich an vielen kriminell gewordenen Jugendlichen nachweisen lässt.

 

Wie viel dieser Drei-Schritt mit den psychologischen Strukturen in der „Welle“ zu tun hat, zeigen die Theater-Schüler der Klasse 8.2 in ihrer Produktion „Die Berliner Wölfe“.

 
 

Aufführung

in der Aula der Anna-Siemsen-Schule

Britzer Damm 164

12347 Berlin

am Mittwoch, 13. Juni 2007  ab 20.00 Uhr

Eintritt: 1 Euro für alle

 

Mitwirkende:

Josef Attanjaoui

Marcel Fröhlich

Andy Hanschur

Bachmann He

Benjamin Knopf

Normen Mikolayczak

David Starke

Jeffrey Thulmann

Kayvon Witt

Evangelia Angou

Ebru Anlatir

Islam Fadel

Melissa Geier

Irena Gudkova

Sandy Ortelt

Oliwia Sobczyk

 

Spielleitung:

Maike Plath

 

 

Großer Erfolg der Anna-Siemsen-Hauptschule

 

30.10.2007 0:00 Uhr

 

Wenn der Wappensaal und der Festsaal im Roten Rathaus voller Schüler sind, die Theaterstücke, Installationen, selbst gemachten Honig, Möbel oder das Einmaleins der Würmerzucht präsentieren, dann weiß man, dass der Verein „Praktisches Lernen und Schule“ (PLuS e.V.) zu seiner jährlichen Preisverleihung eingeladen hat. Vergangene Woche wurden 16 Projekte gewürdigt.

 

Den mit 500 Euro dotierten ersten Preis gewannen 16 Achtklässler der Britzer Anna-Siemsen-Schule, die als einzige Hauptschule Darstellendes Spiel anbietet. Lehrerin Maike Plath war mit den Schülern eine beeindruckende Adaption des Romans „Die Welle“ von Morton Rhue gelungen, bei dem es darum geht, wie leicht Individuen zu Mitläufern und Mittätern werden.

 

Weitere Preise erhielt unter anderem die Fritz-Reuter-Schule für ihre kunstvollen Mosaike und die Merian-Schule für ihr Fremdenführerprogramm. Ebenfalls um Fremdsprachen ging es den Albrecht-Dürer-Schülern, die den Text der deutschen und französischen Nationalhymne jeweils zu der Melodie der anderen Hymne sangen und dadurch eine frappierende Wirkung erzeugten. Übrigens: Einige der Preisträger verkaufen ihre Produkte. Informationen über die Holzmöbel der Paul-Löbe- Schule gib es im Internet unter www.plobs.de und über die Mosaike der Fritz-Reuter-Schüler unter www.fritz-reuter-oberschule.de. sve

 

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 30.10.2007)

 

 

 
 
 
Probe vom 7. Mai 2007
 
Jeffrey
Melissa
Oliwia, Sandy, Jeffrey, Islam, Evangelia
Sandy
Islam