Filmpremiere

“Voll die Opfer?!”
Filmpremiere mit Musiker HasS am: Donnerstag, 18. Dezember um 20 Uhr

Die Filmpremiere war ein großer Erfolg!

Die Aula war fast voll, viele hatten Freunde und Eltern mitgebracht und alle waren erstaunt, wie hoch die Qualität des Films ist. Kaum vorstellbar, dass dies eine Schülerleistung ist. Ja, die Schüler waren Schauspieler, Drehbuchschreiber und Regisseure. Nur den Filmschnitt hat ein (Semi-)Profi erledigt! Für diese Arbeit ein herzlicher Dank an Oliver Riemer von Karuna e.V.

Den Schülern gefiel vor allem der zweite Teil des Films: "Making of.." Dabei konnte man mit einem Schmunzeln sehen, wie viel Arbeit und Spaß es ihnen gemacht hat.

Vielen Dank aber auch an das Team von Anna's Café, die mit ihrem Buffet vor der Premiere echtes Premierenfeeling aufkommen ließen.

Und zum Schluss ein bisschen Ermutigung:

Die Schule hat jetzt diese tolle Technik mit Hilfe des Fördervereins angeschafft (3-Chip Videokamera und Videoschnittcomputer) und es wäre schön, wenn sie bald in einer Projektwoche erneut benutzt werden würde. Keinesfalls sollte dieser Film mit seinem hohen Anspruch abschrecken. Auch ein kurzer Film wäre märchenhaft!(ek)

“Voll die Opfer?!”

Voll die Opfer!?

20 Neuköllner HauptschülerInnen drehen eigenen Autorenfilm

Filmpremiere mit Musiker HasS am:

                            Donnerstag, 18. Dezember 2008

                            20 Uhr in der  Aula der Anna-Siemsen-Schule

                            Britzer Damm 164

                            12347 Berlin

                            Tel. 030/ 606 40 32

                            Tel. 030/ 97 89 47 44

                            Web: www.siemsenschule.de

ab 19. 30 Uhr     Empfang mit Buffet

nach der Vorstellung: Gespräch mit den Jugendlichen

Inhalt: Dies ist die Geschichte von Max. Er ist das, was die anderen in Neukölln ein “Opfer” nennen. In seinem Innern tobt ein Dämon aus Schmerz und Wut – ein Feuerteufel, der Max` Seele in Brand gesetzt hat.

Marok dagegen hat alles, was Max sich vergeblich wünscht: eine Gang, Macht im Kiez, Respekt und Freunde. “Ich ficke alle”, sagt Marok. Aber auch er wird von seinen inneren Dämonen getrieben, und glaubt sich umgeben von Feinden. So hält er die Rapperin Logo für eine Gegnerin. Zu spät erkennt er, dass sie der Schlüssel zu einem hoffnungsvollen Neuanfang ist.

Max aber sieht in Marok einen Helden und kann sein Glück nicht fassen, als dieser ihm die Freundschaft anbietet. Erst allmählich ahnt er, worauf er sich eingelassen hat…

Projektleitung: Maike Plath (Theaterpädagogin) und Oliver Riemer (Diplom-Sozialpädagoge, Leiter von “Karuna PR/ Events”)

Informationen zum Entstehungsprozess:

Die Klasse 10.2. der Anna-Siemsen-Hauptschule konnte zu Beginn des Filmprojekts bereits auf zweijährige Theatererfahrung zurückgreifen: Die Anna-Siemsen-Schule ist die einzige Hauptschule in Berlin, die das Fach “Darstellendes Spiel” als reguläres Unterrichtsfach anbietet. So wurde diese Klasse für eine biografische Theaterproduktion unter der Leitung ihrer Theaterlehrerin Maike Plath im vergangenen Jahr mit dem ersten Preis “Praktisches Lernen” ausgezeichnet. Die motivierende Erfahrung biographisch zu arbeiten (s. Maike Plath, “Biografisches Theater in der Schule”, Beltz Verlag) gab ihnen das notwendige Zutrauen und die Kompetenz, im folgenden Schuljahr in ihren Theaterstunden einen eigenen Film zu drehen und auch hier nach der biografischen Methode vorzugehen. Oliver Riemer, der für ein künstlerisches Projekt zum Thema Suchtprävention eine geeignete Schulklasse suchte, wurde für Maike Plath und ihre Theaterklasse zu einem wertvollen Partner bei der Umsetzung des im Wesentlichen von den Jugendlichen bestimmten Arbeitsprozesses.

Zunächst sollte es ein Dokumentarfilm über ihre Lebenswelt, ihre Gedanken und Wünsche werde. Nach Anschauen und Ablehnung (!) des Filmes “Prinzessinen-Bad” aber entstand bei ihnen der Wunsch “einen richtigen Kinofilm” zu machen – vor allem mit einer fiktiven Geschichte.

Dies erwies sich als richtige Entscheidung. Die Schülerinnen und Schüler erschufen sich eigene Rollen, Figuren, in deren Haut sie schlüpften. Sie gaben ihren Rollen Namen und stellten fest, dass diese bald “zu eigenem Leben erwachten”.

Im Schutze ihrer ausgedachten Figuren kamen bei den Jugendlichen  überraschend authentische Geschichten an die Oberfläche. Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass die erschaffenden Figuren große biographische Anteile ihrer “Erschaffer” in sich tragen, was aber nicht thematisiert wird und den Jugendlichen daher große Freiheit lässt.

Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen intensiven Filmtheorie-Kurs und lernten eine Menge über den Umgang mit der Kamera, Kamera-Einstellungen und Arbeit am Set. Sie sind ein perfektes Kamera- und Drehteam geworden.

Angeleitet wurden sie dabei von Maike Plath (Theaterpädagogin) und von Oliver Riemer, Dipl.-Sozialpädagoge und Leiter von “Karuna PR/ Events.

Die gesamte Handlung des Films ist aus der Psychologie ihrer Figuren heraus von den Schülern selbst entwickelt worden:
Alles ist so gewesen. Nichts war genauso. (Volker Schlöndorff)