Die Schule in Britz
Eine halbe Meile östlich von Schöneberg und eine Meile südlich von Berlin liegt das Gut Britz an den Straßen nach Wittenberg (Britzer Damm) und nach Cottbus (Buschkrugallee). So hatte man die Lage von Britz beschrieben. Britz war als Rittergut beispielhaft und erfolgreich. Es unterschied sich durch seine vortrefflichen Einrichtungen von den meisten Dörfern in der Gegend. Sein Besitzer war viele Jahre einer der wichtigsten Minister Preußens im 18. Jahrhundert. Graf Ewald Friedrich von Hertzberg vertrat nach Außen (als Außenminister) und nach Innen (seinen Untertanen gegenüber) die aufgeklärte Politik seines Königs, Friedrichs des Großen. Für Adelige war dies eine Seltenheit.
Die Schule wurde 1912 als Doppelschule für Jungen und Mädchen am Denkmalplatz gebaut. Und so hieß sie auch lange. Unsere Schule ist die vierte Schule der Gemeinde Britz. Nach der alten Dorfschule in der Backbergstraße, der Zürich-Schule in Neu-Britz und der Schule in der Hannemannstraße.
Ihre schöne Lage am Dorfteich gegenüber dem Herrenhaus und dem Gut Britz mit großen Ställen und Brennerei verdankt sie einer größeren Planung des bekannten Architekten Kuhlmann, der auch eine Kirche, ein Gemeindezentrum und eine gut durchgestaltete Siedlung geplant hatte, ein Ensemble, das dann aber nicht gebaut werden konnte.
Der Erste Weltkrieg kam dazwischen!
In ihrer Geschichte war das Gebäude Gemeindeschule von Britz und ab 1920 von Berlin-Neukölln. Sie war Schule Technischen Zweiges (Realschule) und aus ihr erwuchs das Kollegium der heutigen Fritz-Karsen-Schule, der Nobelschule und große Teile der Helmholtzschule, dreier wichtiger Schulen in Neukölln nach 1945.
Ihren heutigen Namen erhielt sie als Schule Praktischen Zweiges vor mehr als dreißig Jahren auf Vorschlag der damaligen Schulleiterin, die über die sozialdemokratische Lehrerin, Oberschulrätin, Professorin, Politikerin und Schriftstellerin Anna Siemsen gearbeitet hatte. Unsere Schule ist heute eine Hauptschule im Grünen, eine Seltenheit in Berlin. (R. Rogler)

